Porträt
Es gibt nur wenige Personen in der Schweiz, die so eng mit der Welt der verbrieften Immobilienanlagen verflochten sind wie Jean-Yves Rebord. Der Rechtsanwalt mit Walliser Wurzeln ist Mitglied von nicht weniger als sieben Verwaltungsräten, die alle in irgendeiner Weise mit Immobilieninvestitionen zu tun haben, darunter drei Fonds, die StoneEdge SICAV, die TrustStone SICAV und die Mountain Resort Real Estate Fund SICAV. Daneben ist er auch bei PropertyMatch, einem Marktplatz für den Handel mit Anteilen nicht kotierter Immobilienfonds, und bei COPTIS, dem Schweizer Berufsverband für Immobilienverbriefung, wo er seit dessen Gründung 2011 die Rechtsabteilung leitet. Und hier sind die Mandate für private Immobiliengesellschaften nicht einmal mitgerechnet.
All dies tut er zusätzlich zu seiner täglichen Arbeit als Partner der Anwaltskanzlei Python, wo er die Immobilienkunden bei Genehmigungsverfahren für ihre Anlagevehikel, aber auch die Gesellschaften, die diese Vehikel administrieren, verwalten oder vertreiben, begleitet – mit anschliessender Betreuung, «denn es gibt sehr viele regulatorische Vorgaben für die Akteure der Branche verbriefter Immobilienanlagen und sie ändern sich immer häufiger.» Die anschliessende Betreuung ist mitunter ein Grund, weshalb Jean-Yves Rebord in all diesen Verwaltungsräten Einsitz nimmt. Hinzu kommen noch punktuelle Tätigkeiten, die sich auf Immobiliengeschäfte oder – bei grossen Transaktionen – auf deren Finanzierung beziehen.
Jean-Yves Rebord ist 48 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Das Immobiliengeschäft wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt, denn die ganze Familie, aus der er stammt, ist in der Immobilienbranche tätig ist. Nach seinem Jurastudium an der Universität Freiburg, das er im Jahr 2000 abschliesst, arbeitet er etwas mehr als fünf Jahre bei der Credit Suisse, zunächst im Trading Room als Assistent von Tradern, «um besser zu verstehen, wie die finanziellen und wirtschaftlichen Aspekte des Geschäfts funktionieren», und dann in der Rechtsabteilung, wo er seine Doktorarbeit über die Regulierung von kollektiven Immobilienanlagen nach Schweizer Recht beginnt, ein Bereich, der sich zum damaligen Zeitpunkt gerade grundlegend verändert. Anschliessend geht er für etwas mehr als vier Jahre zu Baker & McKenzie, wo er seine Dissertation fertigstellt und gleichzeitig sein Anwaltspatent erwirbt. Dort beginnt er erst richtig im Investmentfondsbereich beruflich tätig zu sein.
Im Jahr 2009 stösst er zu Python und wird 2015 Partner. «Es war eine kleinere, stärker auf lokaler Ebene tätige Kanzlei mit etwa 100 Anwälten und einer Präsenz in der ganzen Schweiz, die einen viel unternehmerischeren Zugang zum Anwaltsberuf ermöglichte. Zudem konnte ich die Unterstützung des Unternehmens und alle verfügbaren Kompetenzen nutzen, dabei aber unabhängig bleiben, da mein Einkommen von meiner eigenen Kundschaft abhing. Dank dieser Unabhängigkeit und einem Kundenstamm, dessen Grösse ihm zusagt, konnte er sich im Wallis – mit eine Geschäftsstelle in Sitten – niederlassen, was in der Schweizer Branche der verbrieften Immobilienanlagen nicht so üblich ist. Dies war für ihn die Gelegenheit, wieder in die Heimat zurückzukehren, die Lebensqualität in der Hauptstadt des Kantons Wallis zu geniessen und den ganzen Winter über Ski zu fahren, was neben Tennis sein anderes sportliches Hobbys ist.