Porträt
Der berufliche Werdegang von Gilles Basse ist ziemlich beeindruckend – zumindest aus geografischer Sicht. Der Franzose verbringt seine Kindheit in der Normandie, studiert in Montréal und arbeitet dann in der Schweiz – zuerst in der Finanzbranche und anschliessend im Immobiliensektor.
Alles nur Zufall, so Gilles Basse. Auf Anraten seiner Freunde bewirbt er sich an der HEC Montréal und wird angenommen. «Ich dachte mir, es könnte eine gute Erfahrung sein.» Während seines Studiums absolviert er ein Praktikum in Genf, wo er Leute kennen lernt, die ihn später bei EIM, einem Hedgefondsmanager mit Sitz in Nyon, einstellen. Doch der Zeitpunkt ist ungünstig, denn infolge der Finanzkrise wird der Madoff-Skandal aufgedeckt. EIM wird in den Strudel reingezogen. Das Unternehmen wird vollkommen umstrukturiert und Gilles Basse wird entlassen.
Dies hat jedoch keine Folgen für ihn. Er findet rasch einen neuen Job, und zwar bei der BCV. Er wechselt ziemlich schnell in die Vermögensverwaltung. «Ich mag den Kundenkontakt, den man nur selten hat, wenn man im Asset Management mit Hedgefonds tätig ist.»
Nach fünf Jahren, also 2013, verlässt er die Bank und findet sich in der Immobilienbranche wieder – das Ergebnis eines weiteren Treffens, diesmal mit Anthony Collé, Aktionär und Direktor der MK-Gruppe. Sein Auftrag: die Fondation Equitim aufzubauen, welcher fünf Pensionskassen angehören und die in Zusammenarbeit mit Waadtländer Gemeinden rund fünfzehn Immobilienprojekte verwaltet, mit dem Ziel, Wohnungen zu erschwinglichen Mieten anzubieten, wobei die Gemeinden in der Regel Eigentümerinnen der Grundstücke bleiben und Equitim ein Baurecht einräumen.
Als Anthony Collé seine MK-Gruppe 2015 an die Gesellschaft Foncia verkauft, behält er die verschiedenen Anlegevehikel, die er in eine neu gegründete Gesellschaft namens Fundim integriert. Es liegt daher auf der Hand, dass Gilles Basse zu Fundim wechselt. «Ich arbeite zwar für eine andere Gesellschaft, mache aber die gleiche Arbeit mit genau demselben Team.»
Heute ist er Finanzdirektor der Gesellschaft Fundim, welche die Fondation Equitim und drei KmGK – die Realitim I, die 2011 mit einem Kapital von 57 Millionen Franken lanciert und 2020 liquidiert wurde (jährliche Rendite von 13%), die Realitim II, die 2016 mit einem Kapital von 92 Millionen Franken aufgelegt wurde und 2024 oder 2025 liquidiert werden dürfte, und die Realitim III, die vor Kurzem lanciert wurde und 116 Millionen Franken aufgenommen hat – verwaltet.
Gilles Basse mag es, wenn die Arbeit korrekt gemacht wird. Er bezeichnet sich als anspruchsvoll und sucht immer den menschlichen Kontakt. «Ich bin überzeugt, dass es besser ist, die Dinge gemeinsam zu machen als allein.» Er ist Optimist, weshalb bei ihm das Glas immer halbvoll ist. «Ich schaue lieber nach vorne als zurück.»