Immobilien Marktkommentar


• Mitteilungen • 2 min • MV Invest AG
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Freundliches Septemberwetter traf auf schwache Kurse bei Schweizer Immobilienfonds und -aktien. Internationale Zinsen und Renditen belasteten die Bewertungen. In den USA und der Eurozone wurden die Leitzinsen erhöht. Höhere Energiepreise und hartnäckige Inflation liessen langfristige Renditen steigen. Die Schweiz blieb weitgehend verschont: Die Inflation ist tief, und die Nationalbank beliess den Leitzins bei 0 %. Damit bleiben Finanzierungskosten attraktiv und Immobilien gegenüber Obligationen im Vorteil. Die Wohnungsmarktdaten bestätigen die Knappheit. Die Leerwohnungsziffer sank zum sechsten Mal in Folge auf 0,93 %. Auch leerstehende Mietwohnungen wurden weniger. Trotz mehr Baugesuchen und -bewilligungen wird ein Wachstum des Wohnungsbestands erst ab 2027 erwartet. Eine rasche Entspannung ist nicht in Sicht. Der Referenzzinssatz blieb bei 1,25 %; ein Anspruch auf eine Mietzinsanpassung entstand nicht. Die hohe Kapitalmarktaktivität belastete die Fonds. Neue Emissionen entziehen dem Sekundärmarkt kurzfristig Liquidität und setzen Fonds unter Druck. Erfolgreiche Platzierungen zeigen, dass Investoren weiter in Schweizer Immobilien investieren. Wir sehen die aktuelle Schwäche daher teilweise als technische Bewegung, nicht als grundlegende Verschlechterung. Bei der Lex Koller sprach sich der Nationalrat für eine Verschärfung aus. Dies ist ein Vorstoss, keine beschlossene Gesetzesänderung. Als Nächstes befasst sich der Ständerat damit. Unmittelbare Auswirkungen erwarten wir nicht, verfolgen die Entwicklung aber aufmerksam. Die schwachen Börsenkurse stehen den soliden Fundamentaldaten gegenüber. Kurse reagieren rasch auf Zinsen und Stimmung, Liegenschaftserträge langsamer. Steigende Renditen senken oft die Agios, ohne Qualität oder Ertrag der Immobilien gleich stark zu beeinträchtigen. Solche Phasen können Einstiegsmöglichkeiten bieten, verlangen aber sorgfältige Auswahl. Die internationalen Risiken bleiben erhöht. Eine deutliche Abschwächung der europäischen Wirtschaft könnte eine erneute Flucht in den Franken auslösen. Unsere positive Einschätzung bleibt bestehen: Tiefe Zinsen, eine Leerwohnungsziffer unter 1 %, hohe Nachfrage und ein begrenztes Neubauangebot sprechen für Schweizer Immobilien. Kurzfristig dürfte die Volatilität erhöht bleiben; mittel- und langfristig sehen wir mehr Chancen als Risiken.

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