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Die Ausgabe 2026 der «Rencontres Signa-Terre» fand am 29. September in der Salle communale de Plainpalais in Genf statt. Sie versammelte Eigentümer, Bewirtschafter, Fachleute und Partner rund um dieselbe Herausforderung: über die richtigen Daten zu verfügen, zum richtigen Zeitpunkt, um konkrete Entscheidungen zu treffen und deren Ergebnisse zu messen. Zwischen regulatorischem Monitoring, Erfahrungsberichten und technologischen Perspektiven ging der Vormittag einer zentralen Frage nach: Wie kommt man von der Messung der Verbräuche zum Handeln?
«Schon 18 Jahre oder erst 18 Jahre?» Mit dieser Frage eröffnete Nicolas Demierre, CEO von Signa-Terre, seinen Vortrag und gab damit den Ton für einen Tag vor, der sowohl auf den zurückgelegten Weg als auch auf die kommenden Herausforderungen blickte.
2008 entsteht das Unternehmen in einem Umfeld, das vom Ölpreisschock, von der Finanzkrise und vom Aufkommen der ersten verbindlichen europäischen Klimapolitiken geprägt ist, mit bezifferten Zielen zur Senkung der Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung der Energieeffizienz.
In der Immobilienbranche bleibt die energetische Performance jedoch schwer zu beobachten, zu erklären und zu vergleichen. Signa-Terre will darauf antworten, indem das Unternehmen jene der Gebäude messbar und vergleichbar macht und Eigentümern und Verwaltungen damit eine konkrete Grundlage zum Handeln gibt. Seine ersten Bilanzen enthalten bereits einen Klima-CO₂-Index, zu einer Zeit, in der sich kaum ein Marktteilnehmer wirklich dafür interessierte. Heute misst das Unternehmen jährlich die energetische Performance von knapp 15'000 Gebäuden in der Schweiz. «Pionier zu sein heisst, die Fähigkeit zu bewahren, zu antizipieren, zu lernen und sich zu wandeln», erinnerte Nicolas Demierre.
Nun geht es darum, über die blosse Visualisierung der Daten hinauszugehen. Signa-Terre will Messung, Regulierung und Kenntnis des Gebäudeparks verknüpfen, um den Eigentümern zu helfen, die prioritären Gebäude zu erkennen, bei ihren Investitionen abzuwägen, zum richtigen Zeitpunkt zu handeln und die Ergebnisse zu überprüfen.
Um das zu erreichen, will sich Signa-Terre namentlich auf feinere Daten, fortgeschrittene Analysen und künstliche Intelligenz stützen. Denn, präzisierte Nicolas Demierre, «mehr Daten bedeuten nicht automatisch bessere Entscheidungen.»
Pflichten antizipieren, Massnahmen planen
Der Tag ging weiter mit Olivier Ouzilou, Mitgründer und Verkaufsleiter von Signa-Terre. Sein Vortrag mit dem Titel «Gesetzesmonitoring: verstehen, antizipieren, handeln» stellte die energetischen Anforderungen in der Westschweiz und deren Folgen für die Immobilieneigentümer vor.
Auf Bundesebene setzt das Klima- und Innovationsgesetz das Ziel von netto null Emissionen bis 2050. Die MuKEn 2025 liefern ein gemeinsames Modell, das die Kantone nach eigenem Recht und eigenem Zeitplan umsetzen. Die Pflichten, Schwellenwerte und Fristen unterscheiden sich zwar je nach Gebiet, ihre Antizipation beruht jedoch auf derselben Datengrundlage: Für jedes Gebäude sind die Nutzungen und die Zähler zu dokumentieren, die Anlagen und ihr Zustand, die Verbräuche, die Gebäudehülle und die geplanten Projekte sowie die regulatorischen Auslöser und die zu überwachenden Fristen.
In Genf erlaubt der Wärmeverbrauchsindex (IDC), die energieintensivsten Gebäude zu erkennen und die nötigen Massnahmen zu bestimmen, von der Optimierung der Anlagen bis zur Sanierung. Der Kanton plant zudem, die Anforderungen auf die grauen Emissionen in Bau- und Sanierungsmaterialien auszuweiten.
Im Kanton Waadt sieht das neue Energiegesetz namentlich einen Gebäudeenergieausweis für vor 1986 erstellte Gebäude vor sowie Sanierungspflichten für bestimmte bestehende Gebäude. Weitere Bestimmungen betreffen die Regelung der Anlagen, die Überwachung der Verbräuche und das Photovoltaikpotenzial.
Für die Eigentümer geht es darum, die betroffenen Gebäude ausfindig zu machen und die Massnahmen nach den anwendbaren Anforderungen zu planen. Doch es genügt nicht mehr, Ziele anzukündigen oder Arbeiten auszuführen, man muss auch deren Wirkung messen. «Heute wird man Sie um den Nachweis bitten», betonte Olivier Ouzilou.

Was die Messung in der Praxis zeigt
Pierre Menoux, Co-Direktor der SILL, stellte anschliessend die Energiebuchhaltung des Immobilienbestands der Gesellschaft vor, die zusammen mit Signa-Terre geführt wird, sowie die Lehren, die er daraus zieht.
Die 25 Liegenschaften des Portfolios werden anhand von Indikatoren zu Wärme, Strom, Wasser und CO₂-Emissionen verfolgt.
Zunächst betonte er, wie wichtig es ist, die Zahlen mit Vorsicht zu lesen. Eine neue Liegenschaft, die nach hohen Anforderungen geplant wurde, kann höhere Verbräuche aufweisen als ältere Gebäude. Die ersten Heizperioden, die Einstellungen der Anlagen oder auch die Entwicklung des Bestands können einzelne Abweichungen erklären. Wer Ergebnisse vergleicht, muss deshalb deren Kontext berücksichtigen.
Pierre Menoux veranschaulichte den konkreten Nutzen dieser Daten anschliessend an mehreren Fällen. Eine falsche Einstellung der Heizung etwa führte zu einem Mehrverbrauch. Jedes Mal erlaubten die Daten, das Problem zu erkennen, einzugreifen und die Ergebnisse zu überprüfen. Er wies aber auch darauf hin, dass Messen allein nicht genügt. Die Informationen müssen bei den richtigen Personen ankommen, zum richtigen Zeitpunkt, damit gehandelt werden kann. Er verwies zudem auf die Grenzen der in der Planung berechneten Leistungswerte, die nicht immer den tatsächlichen Verbräuchen entsprechen. Nun geht es darum, diese Abweichungen besser zu verstehen und Gebäude zu entwerfen, deren energetische Performance weniger von den Gewohnheiten ihrer Nutzer abhängt.
Für jeden Bedarf das richtige Messniveau
Nach einer Networking-Pause ging der Tag mit einem Podiumsgespräch weiter, an dem Didier Faure von Transit-On, Laurent Murier von Cronos Finance, Aurélien Clozel von Retraites Populaires, Ludovic Pommiès von Fundim und Pierre Menoux von der SILL SA teilnahmen. Das Thema: «Vom Zähler zur Entscheidung: welche Optionen für besseres Handeln?»
Die Diskussion unterstrich, wie wichtig es ist, das Messniveau an die Bedürfnisse und an die Entscheidungen anzupassen, die damit gestützt werden sollen. Eine Überwachung in Echtzeit ist deshalb nicht immer nötig: Eine feinere Messung rechtfertigt sich dann, wenn sie erlaubt, eine Fehlentwicklung früh genug aufzuspüren, um eine passende Antwort zu wählen und im richtigen Moment einzugreifen. Das ist das Prinzip des «Right Tech»: die richtige Technologie für jeden Bedarf, im Dienst der Entscheidung und des Handelns.
Die Teilnehmenden hoben zudem die möglichen Abweichungen zwischen den Prognosen und dem tatsächlichen Betrieb der Gebäude hervor. Die Verbräuche hängen namentlich von den Einstellungen der Anlagen und von den Nutzungen ab. Ein Umstand, der zu berücksichtigen ist, bevor man Schlüsse zieht.
Schliesslich genügt es nicht, die Daten zu erheben. Es braucht auch die Zuverlässigkeit der Zähler, deren Unterhalt, eine auf Dauer angelegte Nachverfolgung und die Klärung der Rolle jedes Beteiligten: Eigentümer, Verwaltung, Betreiber oder Dienstleister. Das Ziel bleibt dasselbe: eine qualifizierte Messung in eine Entscheidung zu überführen und dann in eine überprüfbare Handlung.
«Ihre Erwartungen ändern sich, unsere Lösungen auch»: die Antwort von Signa-Terre
Joachim Fuchs zeigte anschliessend, wie Signa-Terre seine Lösungen über die gesamte Wertschöpfungskette weiterentwickelt, von der Datenerhebung bis zur Nachverfolgung und Überprüfung der Massnahmen. Dieser Ansatz beruht auf dem Prinzip des «Right Tech»: auf den bereits vorhandenen Zählern und Anlagen aufbauen und die Einrichtung nur dort ergänzen, wo eine feinere Messung einem konkreten Bedürfnis entspricht. Die Automatisierung der Erhebung soll erlauben, ein breiteres Spektrum von Fehlentwicklungen schneller zu erkennen und die Daten in qualifizierte Informationen zu überführen, zugänglich in den Oberflächen von Signa-Terre wie auch direkt in den Umgebungen der Kunden. Ziel ist es, die Entscheidungsfindung, die Koordination der Beteiligten und die Nachverfolgung der Massnahmen bis zur Überprüfung ihrer Ergebnisse zu erleichtern.
Die drei Lehren dieser Ausgabe
Nicolas Demierre schloss den Vormittag mit dem Rückblick auf drei Kernbotschaften:
1. Die Qualität der Entscheidung hängt von der Qualität der Daten ab. Zuverlässige und geprüfte Daten sind es, die erlauben, das Gesetz zu antizipieren und zuversichtlich zu entscheiden.
2. Von der Messung zum Handeln. Eine Angabe ist nur dann etwas wert, wenn jemand sie in dem Moment nutzt, in dem er noch handeln kann.
3. Right Tech, die richtige Dosierung. Jahresbilanz, laufende Überwachung oder Alarm in Echtzeit: die richtige Technologie für jeden Bedarf.
«Wenn Fachwissen auf Technologie trifft», fasste er zusammen, bevor er mit einem dreiteiligen Versprechen schloss: präziser messen, gelassener entscheiden, wirksamer handeln.
Immoday.ch
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