Der Kanton Genf investiert 1,2 Milliarden Franken in die energetische Sanierung seiner Gebäude

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Nachhaltigkeit 3 min Immoday.ch
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Vier Jahre nachdem der Genfer Staatsrat beschlossen hatte, die Nachhaltigkeitsanforderungen für fast alle Gebäude des Kantons zu erhöhen, wird es nun für den besonders energieintensiven öffentlichen Immobilienbestand konkret: 1,2 Milliarden Franken sollen in die Renovation von rund 300 Gebäuden fliessen. Dabei setzt der Kanton auf einen pragmatischen Ansatz und konzentriert sich auf jene Sanierungen, die die grössten energetischen Gewinne und die deutlichsten Reduktionen der Treibhausgasemissionen versprechen.

Vor vier Jahren hatte der Genfer Staatsrat strenge Nachhaltigkeitsregeln für Immobilien festgelegt. Regeln, die laut offiziellen Berechnungen rund 60 Prozent des Gebäudebestands betreffen sollten, also etwa 50'000 Gebäude: vom Wohnbau über Geschäfts- und Industrieimmobilien bis hin zu öffentlichen Gebäuden.

Das Problem, das privaten Eigentümern aufgefallen ist: Der Staat hielt seine eigenen Empfehlungen nicht wirklich ein. Denn unter den energieintensivsten Gebäuden des Kantons befinden sich zahlreiche öffentliche Immobilien. Gleichzeitig entfallen nach Schätzungen in Genf rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen auf den Gebäudebestand.

Ein pragmatischer Ansatz zur Maximierung der energetischen Gewinne

Der Kanton Genf hat nun beschlossen, die Dinge in die Hand zu nehmen. Zunächst wurden 2022 Investitionskredite in Höhe von 1,2 Milliarden Franken zur Sanierung des eigenen Immobilienbestands bewilligt. Heute folgt die Bekanntgabe einer Liste von 300 besonders energieintensiven Gebäuden, die in den kommenden 13 Jahren renoviert werden sollen. Insgesamt besitzt der Kanton rund 1'700 Gebäude.

Der Ansatz ist pragmatisch: Im Fokus stehen jene Renovationen, die die grössten energetischen Verbesserungen und die stärksten Reduktionen der Treibhausgasemissionen ermöglichen.

Die 300 ausgewählten Projekte betreffen hauptsächlich Bildungsstätten wie Universitäten und Schulen, aber auch ein Gefängnis. Sie zielen auf die energieintensivsten Gebäude des staatlichen Immobilienvermögens ab und stehen laut einer Mitteilung des Kantons für fast 90 Prozent des Energieverbrauchs des gesamten Parks.

Eine Herkulesaufgabe für den Kanton Genf

Das Endziel lautet, die CO2-Emissionen des kantonalen öffentlichen Immobilienbestands bis 2037 gegenüber 2005 um 60 Prozent zu senken. Kein Spaziergang! Denn den veröffentlichten Daten zufolge brauchte der Staat Genf etwas mehr als 20 Jahre, um diesen Verbrauch um 33 Prozent zu reduzieren. Nun bleiben ihm noch 11 Jahre, um die zweite Hälfte des Weges zu schaffen.

Dabei wurden die einfachsten Renovationen bereits umgesetzt. Hinzu kommt, dass bei Schulen der Grossteil der Arbeiten während der Ferien stattfinden dürfte, was Engpässe bei der verfügbaren qualifizierten Arbeitskraft verursachen könnte. Und dann wäre da noch die legendäre Geschwindigkeit des Staates: Zwischen der Abstimmung über die Sanierungskredite und der Erstellung der Liste der zu renovierenden Gebäude sind vier Jahre vergangen.

Kurz gesagt: Die Herausforderung ist gewaltig.

Die Redaktion • Immoday.ch

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