Zürich, 20. Januar 2026 – Trotz wirtschaftlicher Abschwächung setzt der Schweizer Immobilienmarkt seinen Aufwärtstrend im vierten Quartal 2025 fort. Käuferinnen und Käufer bezahlten für Wohneigentum 1,2% höhere Preise als im Vorquartal, wie aus dem «IAZI Private Real Estate Price Index» hervorgeht. Im Teilmarkt für Eigentumswohnungen hat die Zahlungsbereitschaft mit 1,3% minimal stärker zugenommen als bei Einfamilienhäusern (+1,2%). Über das Gesamtjahr 2025 ist im Eigenheimmarkt ein Preiszuwachs von 3,7% zu beobachten – gegenüber dem Vorjahr 2024 (+2,7%) hat sich die Preisdynamik somit wieder spürbar erhöht.
Auch bei Renditeliegenschaften setzt sich die positive Preisentwicklung fort, wie die Auswertung der Freihandtransaktionen von Mehrfamilienhäusern und Objekten mit gemischter Nutzung zeigt: Im vierten Quartal 2025 weist der «IAZI Investment Real Estate Price Index» eine Zunahme von 1,2% auf. Auf Jahresbasis ist die Zahlungsbereitschaft für Immobilien-Direktanlagen somit um 3,0% gestiegen und damit ebenfalls deutlich stärker als im Vorjahr 2024 (+1,1%). Die IAZI-Preisindizes basieren auf der Auswertung von Handänderungen am freien Markt, die mit Bank-Hypotheken finanziert werden.
Während die positive Stimmung am Schweizer Immobilienmarkt vorwiegend durch Wachstumsschmerzen wie Wohnungsknappheit und sinkende Erschwinglichkeit getrübt wird, sind aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive klare Abkühlungssignale zu beobachten: Das Bruttoinlandprodukt ist im dritten Quartal um 0,5% gesunken. Gleichzeitig ist die Zahl der Stellensuchenden stark gestiegen und das verarbeitende Gewerbe setzt den Abbau von Arbeitsplätzen fort: Rund 25'000 industrielle Stellen (Vollzeitäquivalente) sind von Januar bis September 2025 verschwunden, wenn man dies mit der entsprechenden Vorjahresperiode vergleicht. Besonders betroffen sind die Maschinen-, Elektro und Metallindustrie (MEM) sowie die Uhren- und Präzisionsindustrie.
Zwar stellt die Zoll-Absichtserklärung mit den USA einen Lichtblick für die Exportindustrie dar, dennoch mussten zahlreiche Unternehmen massive Umsatzeinbussen hinnehmen oder gar Konkurs anmelden. Die langfristige Unsicherheit betreffend Handelsbedingungen und Standortplanung ist mit der vorläufigen Vereinbarung zudem keineswegs verschwunden und belastet die Unternehmen weiterhin. Hinzu kommt die anhaltend hohe Bewertung des Frankens gegenüber dem US-Dollar und dem Euro, die für die exportorientierten Unternehmen weiterhin eine grosse Herausforderung darstellt und zusätzlich auf die Margen drückt.
Der geringere Bedarf an Arbeitskräften macht sich auch in Form einer im Vergleich zu den Vorjahren spürbar tieferen Nettozuwanderung bemerkbar. So lange jedoch der Dienstleistungssektor die Stellenverluste in der Industrie kompensiert, dürften allfällige Negativeffekte auf die Nachfrage nach Wohn-, Büro- und Gewerbeflächen überschaubar bleiben. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Im Finanzbereich, einer Branche mit traditionell hohem Büroflächenbedarf, wurden von Januar bis September 2025 rund 6’000 Arbeitsplätze abgebaut. Ein Stellenschwund ist auch bei IT-Dienstleistern sowie in Forschung und Entwicklung zu beobachten.
Ob es sich um kurzfristige Korrekturen oder Anzeichen eines langfristigen wirtschaftlichen Abschwungs handelt, wird sich im laufenden Jahr zeigen. Dieses bringt zudem einen richtungsweisenden politischen Entscheid: Das Stimmvolk wird 2026 über die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» entscheiden, wobei der konkrete Abstimmungstermin noch nicht feststeht. Die Vorlage verlangt, dass Bundesrat und Bundesversammlung bei Erreichen des Grenzwertes die Grenzen für Zuzüger und Asylsuchende schliessen müsste – mit Ausnahme völkerrechtlich zwingender Fälle. Gemäss mittlerem und wahrscheinlichstem Szenario des Bundesamts für Statistik dürfte die ständige Wohnbevölkerung im Jahr 2041 die Schwelle von 10 Millionen Menschen erreichen, im hohen Szenario wäre dies bereits 2033 der Fall.
Die aktuellen Zahlen von IAZI zur Preisentwicklung zeigen: Der Immobilienmarkt lässt sich vorderhand weder durch konjunkturelle noch politische Indikatoren stören – im Gegenteil: er profitiert weiterhin von der stützenden Wirkung des Tiefzinsumfelds, das durch die Fortsetzung des Zinsniveaus von 0,0% durch die Schweizerische Nationalbank im Dezember 2025 bekräftigt worden ist.
Siehe auch: YouTube-Videokommentar von Prof. Dr. Donato Scognamiglio
IAZI AG
Thurgauerstrasse 36
CH-8050 Zürich
www.iazi.ch