Mit dem neuen Waadtländer Energiegesetz sollen Energieschleudern beseitigt werden

Mit dem neuen Waadtländer Energiegesetz sollen Energieschleudern beseitigt werden

Nachhaltigkeit 3 min Immoday.ch

Das Referendum der SVP ist nicht zustande gekommen, weshalb das neue Waadtländer Energiegesetz Anfang 2027 in Kraft tritt. Für Immobilieneigentümer hat dies schwerwiegende Folgen: Bis 2042 müssen die Liegenschaften mit dem höchsten Energiebedarf saniert werden und ab 2047 sind fossile Heizungen verboten. Um den Immobilieneigentümern dabei zu helfen, diese Ziele zu erreichen, stellt die Waadtländer Kantonsregierung 800 Millionen Franken an Subventionen bereit.

Mitte Mai stand es fest: Das Referendum der SVP gegen das neue Waadtländer Energiegesetz ist gescheitert. Es wurden nicht genügend gültige Unterschriften eingereicht (nur 11 360 anstatt der notwendigen 12 000). Das vom Waadtländer Grossen Rat nach hitzigen Debatten zwischen rechts und links verabschiedete Gesetz tritt somit Anfang 2027 in Kraft. Und damit wird sich für die Waadtländer Immobilieneigentümer so einiges ändern.

Ab 2047 keine fossilen Heizungen mehr

Erste schwerwiegende Folge dieses Gesetzes: Ab 2047 sind fossile Heizungen verboten. Zweite schwerwiegende Folge: Die Immobilieneigentümer sind verpflichtet, bis 2042 die Wohnliegenschaften mit dem höchsten Energiebedarf zu sanieren (Ausnahmen bleiben vorbehalten, namentlich bei denkmalgeschützten Liegenschaften). 

Zudem müssen neue Dächer mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden, um dem Kanton Waadt eine gewisse Energieunabhängigkeit zu verschaffen und vor allem um bis 2050 die Klimaneutralität zu erreichen oder sich ihr zumindest weitestmöglich anzunähern. 

800 Millionen Franken an Subventionen für Nachhaltigkeit

Im Gegenzug stellt der Waadtländer Grosse Rat bis 2032 800 Millionen Franken an Subventionen als Unterstützung für die Immobilieneigentümer bereit, auch wenn dieses Budget kaum ausreichen dürfte, um die Kosten zu decken, die durch dieses Gesetz entstehen.  

Darüber hinaus will der Kanton die Mieter schützen. Er verspricht den Immobilieneigentümern zusätzliche Subventionen, wenn sie sich verpflichten, die Kosten für die energetischen Sanierungen nicht auf die Mieter zu überwälzen. 

Experten zufolge wird die aktuelle Befristung der Sanierungssubventionen bis 2032 wahrscheinlich zu Engpässen bei den Lieferanten und Gewerken führen, da die Nachfrage nach Sanierungen in den kommenden Monaten stark anziehen dürfte.

Zu viel Geld für Sanierungen, zu wenig für Neubauten?

In den zahlreichen Kommentaren zu diesem Gesetz wurde verschiedentlich bedauert, dass angesichts der hohen Nachfrage und des sehr geringen Leerstands im Kanton Waadt in den kommenden Jahren so viel Zeit und Energie für die Sanierung bestehender Immobilien aufgewendet werden, anstatt neue Liegenschaften zu bauen. 

Wie dem auch sein mag: Die Würfel sind gefallen. Nun sind die Immobilieneigentümer an der Reihe – namentlich diejenigen, die Energieschleudern besitzen. Sie müssen die Situation ihrer Liegenschaft analysieren, gegebenenfalls ein Sanierungsprojekt in Angriff nehmen und sich dann mit den Behörden herumschlagen, um die einschlägigen Subventionen zu erhalten.

Die Redaktion • Immoday.ch

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