
Laut ASLOCA geben fast 40% der Mieter mehr als 30% ihres Einkommens für den Mietzins aus – eine Schwelle, ab der die Gefahr besteht, in die Armut abzurutschen. Etwa eine von zwanzig Person gibt sogar mehr als die Hälfte ihres Haushaltseinkommens für die Wohnkosten aus. Betroffen ist die ganze Schweiz – sowohl städtische als auch ländliche Gebiete. Vor diesem Hintergrund dürfte es schwierig werden, die Mieten anzuheben.
Eine, zwei, drei, vier Mietzinserhöhungen – langsam zeichnet sich ein Trend ab: Die Mieten auf dem Schweizer Wohnungsmarkt sind mittlerweile so hoch, dass die Haushalte Mühe haben, sie zu bezahlen. Wüest Partner und das IAZI thematisieren dieses Problem, das Bundesamt für Wohnungswesen weist darauf hin, und vor einigen Tagen hat sich nach einer umfassenden Umfrage unter mehr als 34 000 ihrer Mitglieder auch die ASLOCA zu Wort gemeldet. Wenn man den jüngsten vom IAZI veröffentlichten Zahlen Glauben schenkt, sind die Angebotsmieten in den letzten 20 Jahren tatsächlich um 31% gestiegen, während die Reallöhne im selben Zeitraum nur um 9% angezogen haben. Das Problem liegt auf der Hand.
Die angespannte Lage betrifft die ganze Schweiz – sowohl städtische als auch ländliche Gebiete
Kurzum: Laut ASLOCA wird die Lage für einen Grossteil der Mieter problematisch. Rund 40% der Befragten geben mehr als 30% ihres Einkommens für den Mietzins aus – eine Schwelle, ab der die Gefahr besteht, in die Armut abzurutschen.
Etwa eine von zwanzig Person gibt sogar mehr als die Hälfte ihres Haushaltseinkommens für die Wohnkosten aus.
Eine weitere interessante Erkenntnis aus der Umfrage: Die Lage ist in der ganzen Schweiz angespannt; es lassen sich keine nennenswerten Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten oder zwischen den Sprachregionen feststellen.
Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, weshalb einige Marktbeobachter der Ansicht sind, dass die Vermieter die Mieten in den kommenden Jahren kaum noch werden erhöhen können.
Die Mieter machen ihre Rechte nicht geltend
Die gute Nachricht für die Vermieter: Der Markt ist so angespannt, dass es die Mieter nicht wagen, sich zu wehren und Mietzinssenkungen zu verlangen, auch wenn sie ein Recht darauf hätten. Das ist die andere wichtige Erkenntnis aus der Umfrage der ASLOCA. Fast die Hälfte der Befragten hat trotz der Senkung des Referenzzinssatzes keine Mietzinsreduktion verlangt.
Zudem haben nur gerade 5% der Mieter schon einmal ihren Anfangsmietzins angefochten, obwohl dies in 75% der Fälle ganz oder teilweise zum Erfolg führt.
Für die ASLOCA ist diese Zurückhaltung der Mieter schlichtweg eine Folge davon, dass sie befürchten, das Verhältnis zum Vermieter würde sich dadurch verschlechtern und sie könnten letztlich die Wohnung verlieren.
Diese Situation ist nicht unbedingt gesund – vor allem angesichts mehrerer hängiger Volksinitiativen, die eine Mietzinskontrolle fordern. Bei diesen Volksabstimmungen werden sich die Mieter äussern können und unter Umständen die Gelegenheit nutzen, sich an den Vermietern zu «rächen».
Die Redaktion • Immoday.ch
Diesen Artikel teilen auf:
Diesen Artikel teilen auf: