Preise von Schweizer Immobilien: hoch, aber weniger extrem als ihr Ruf vermuten lässt

Preise von Schweizer Immobilien: hoch, aber weniger extrem als ihr Ruf vermuten lässt

Trends 4 min Immoday.ch
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In absoluten Preisen sind Schweizer Immobilien sehr teuer und gehören zu den kostspieligsten in Europa. Setzt man deren Medianpreis jedoch ins Verhältnis zum jährlichen Medianeinkommen der Haushalte ändert sich das Bild voll und ganz: Der Kauf eines Hauses in der Schweiz erweist sich als erschwinglicher als in Frankreich oder Deutschland. Zudem sind die Hypothekarzinsen in der Schweiz deutlich niedriger und ist die Lebensqualität viel besser.

In welchen Ländern der Welt kann man noch ein Haus kaufen, ohne ein Vermögen ausgeben zu müssen? Auf den ersten Blick nicht in der Schweiz, haben die hiesigen Immobilienpreise doch einen Rekordstand erreicht.

Doch trifft dies auch tatsächlich zu? Die Analysten des Beratungsunternehmens Voronoi haben die Daten des Habitat World Cities Report 2026 der Vereinten Nationen ausgewertet. Dieser Bericht setzt den Medianpreis von Wohnimmobilien ins Verhältnis zum jährlichen Medianeinkommen der Haushalte in mehr als 180 Ländern. Ihre Erkenntnisse widerlegen einige weit verbreitete Vorstellungen.

Relativ gesehen sind Immobilien in der Schweiz erschwinglicher als in Frankreich oder Deutschland

Legt man den Indikator zugrunde, der misst, wie viele Jahre es dauert, bis ein Haushalt mit Medianeinkommen ein Haus zum Medianpreis erwerben kann, schneidet die Schweiz mit 9,7 Jahren überraschend besser ab als ihre Nachbarländer. Für Frankreich liegt dieser Indikator bei 11,8 Jahren, für Deutschland bei 10,7 Jahren, für Österreich bei 10,3 Jahren und für Italien bei 9,7 Jahren.

Man muss sich schon deutlich von der Schweizer Grenze entfernen, um in Europa interessantere Werte zu finden: Belgien (6,5 Jahre), Niederlande (7,2 Jahre), Spanien (7,8 Jahre) und Grossbritannien (8,3 Jahre).

Natürlich handelt es sich dabei um Medianwerte und die Immobilienpreise unterscheiden sich je nach Region eines Landes erheblich – mitunter sogar zwischen den einzelnen Quartieren einer Grossstadt. Dennoch erscheinen die Schweizer Immobilienpreise angesichts dieser Zahlen in einem etwas anderen Licht.

Deutliche Differenz auch bei den Hypothekarzinsen

An der Spitze dieser weltweiten Rangliste stehen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort kann ein Haushalt mit Medianeinkommen bereits nach drei Jahren eine Wohnimmobilie erwerben. Danach folgt Nordkorea mit 3,5 Jahren. Auch die USA stehen mit 4,5 Jahren gut da. Allerdings unterscheiden sich dort die Preise stark zwischen den einzelnen Regionen und Städten. Das Schlusslicht der Rangliste bildet China, wo nach dem starken Anstieg der Immobilienpreise in den letzten Jahren ein Haushalt mit Medianeinkommen fast 35 Jahre benötigt, um ein Haus zu erwerben. Auch Monaco rangiert mit 25 Jahren im unteren Teil der Liste. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 11,2 Jahren.

Doch der Kaufpreis ist nicht alles: Zu berücksichtigen sind auch die Finanzierungskosten. In dieser Hinsicht ist die Schweiz unschlagbar: Die Zinsen für 10-jährige Festhypotheken sind nach wie vor nur etwa halb so hoch wie in den grossen Nachbarländern, wo sie bei rund 3,5% liegen. In der Schweiz sind für den Kauf einer Wohnimmobilie nicht nur weniger Jahreseinkommen erforderlich als in Frankreich oder Deutschland; auch die jährlichen Kosten für die Hypothek sind niedriger.

Deutlich höhere Lebensqualität

Dazu kommt noch die höhere Lebensqualität. Eine von der Wharton School veröffentlichte Studie zeigt, dass die Lebensqualität in der Schweiz – gemessen an der Wahrnehmung ihrer Einwohner – mit 94,8 von 100 Punkten bewertet wird. Das ist einer der höchsten Werte weltweit. Den ersten Platz belegt Schweden mit 100 Punkten. Damit liegt die Schweiz deutlich vor ihren Nachbarn Deutschland mit 82,9 Punkten, Österreich mit 76,7 Punkten, Frankreich mit 56,2 Punkten und Italien mit 49,9 Punkten. In diesen Index fliessen insbesondere die beruflichen Perspektiven, die politische Stabilität, das Vertrauen in die Institutionen und die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen ein.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der World Happiness Report 2026: Die Schweiz belegt dort mit einem Wert von 7,0 von 10 Punkten den 10. Platz weltweit. Angeführt wird die Rangliste von Finnland mit 7,8 Punkten. Die Schweiz liegt damit vor Deutschland (6,9), Österreich (6,8) sowie Frankreich und Italien (jeweils 6,6).

Im Verhältnis zum Einkommen sind Schweizer Immobilien somit nicht teurer als in den Nachbarländern. Zudem sind in der Schweiz die Hypothekarzinsen tiefer und ist die Lebensqualität besser. Was will man also noch mehr?

Die Redaktion

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