
Nach der erfolgreichen Steigerung der Sichtbarkeit im Jahr 2025 durch die Neugestaltung der Website und die Erhöhung der Anzahl Newsletter will der Verband COPTIS im Jahr 2026 nun sein Netzwerk ausbauen – insbesondere bei den Immobilienverwaltungen –, seine Präsenz in der Deutschschweiz verstärken, die Roundtables fördern und Nicht-Insidern die Bedeutung der indirekten Immobilienanlagen näherbringen. Cindy Monneron-Bertschy stellt uns die Strategie des Verbands vor.
Bei COPTIS, dem Schweizer Verband der Immobilienfinanzierungsexperten, tut sich einiges. Für 2026 sind zahlreiche Projekte geplant. Gemeinsam mit Cindy Monneron-Bertschy, der Geschäftsführerin des Verbandes, stellen wir sie hier vor.
Cindy Monneron-Bertschy, was gibt es Neues bei COPTIS?
Im vergangenen Jahr haben wir die Grundlagen unseres Verbands gezielt gestärkt und unsere Tools weiter professionalisiert. So haben wir unter anderem unsere Website neu gestaltet, den Mitgliederbereich ausgebaut und die Anzahl unserer Publikationen – insbesondere unserer Newsletter – erhöht, um die Glaubwürdigkeit des Verbands zu verbessern. Erwähnenswert ist auch der Erfolg unserer LinkedIn-Seite: Deren Followerzahl hat sich verdoppelt. Die wachsende Teilnahme – zunehmend auch von Nichtmitgliedern – an unseren Roundtables unterstreicht die Relevanz der diskutierten Themen. Kurz, die Sichtbarkeitsarbeit, die wir 2025 geleistet haben, war erfolgreich. Das war eines meiner Hauptziele, als ich vor fast zwei Jahren zum Verband kam.
Das war 2025. Was erwartet uns im Jahr 2026?
In diesem Jahr möchten wir den Mehrwert für unsere Mitglieder weiter steigern. Wir werden ihnen mehr Inhalte, mehr Roundtables und mehr Möglichkeiten bieten, sich aktiv an der Weiterentwicklung des Verbandes zu beteiligen. So wollen wir den Erfahrungsaustausch und den Gemeinschaftsgeist stärken. Die von unseren Gremien beschlossene Roadmap legt die Prioritäten für 2026 fest. Dazu zählen insbesondere die Marktstrukturierung und die Kotierungsmechanismen, die Antizipierung politischer und regulatorischer Risiken sowie die mit den ESG-Themen und der Energiewende verbundenen Herausforderungen. Die Sensibilisierung der Privatanlegerinnen und -anleger für indirekte Immobilienanlagen, unterstützt durch ein entsprechendes Bildungsangebot, stellt eine neue Etappe in der Entwicklung von COPTIS dar.
Sie sprechen von einer aktiveren Beteiligung der Mitglieder. Wie soll das konkret aussehen?
Wir wollen unseren Mitgliedern beispielsweise die Möglichkeit geben, Roundtables unter ihrer Schirmherrschaft durchzuführen. Das heisst, ein Mitglied schlägt ein ihm wichtiges Thema vor, bestimmt, wer dazu ein Referat halten soll, und lädt seine Kundinnen und Kunden sowie seine Partnerunternehmen dazu ein. COPTIS kümmert sich um die gesamte Logistik: Einladungen, Buchungen, Koordination. Durch diese Zusammenarbeit zwischen Mitglied und Verband gibt es mehr Diskussionsthemen, die Debatten werden bereichert und zwischen den verschiedenen Berufskreisen entsteht ein konstruktiver Wettbewerb. Gleichzeitig werden komplementäre Netzwerke unter einem Dach zusammengeführt, wovon alle Teilnehmenden profitieren.
Setzen Sie auch Ihre Tätigkeit als Vertretung bei den Behörden fort?
Wir verstärken sie sogar und stimmen uns mit anderen Verbänden ab, um uns auf Kantons- und Bundesebene weiterhin für die Interessen des Bereichs der indirekten Immobilienanlagen einzusetzen. Diese langfristige und spannende Aufgabe erfordert ein gutes Kontaktnetz sowie das Fachwissen unserer Arbeitsgruppen, die die Stärke von COPTIS ausmachen. Dank der von ihnen geleisteten Beobachtungsarbeit können wir politische und regulatorische Entwicklungen antizipieren und unseren Mitgliedern exklusive Informationen zur Verfügung stellen.
Apropos: Wie viele Mitglieder hat der Verband heute?
Unser Verband zählt aktuell 48 Mitglieder, die ein breites Spektrum von Akteuren im Bereich der indirekten Immobilienanlagen vertreten. Bei der kommenden Generalversammlung am 20. Mai sollen vier neue Mitglieder aufgenommen werden, darunter zwei Hausverwaltungen. Dies ist ein wichtiges Signal für COPTIS, denn obwohl es vielen nicht bewusst ist, spielen die Hausverwaltungen im Bereich der indirekten Immobilienanlagen eine zentrale Rolle. Sie stehen mit den grossen Privateigentümerinnen und -eigentümern in Kontakt, die die Immobilienverbriefung zunehmend als attraktive Lösung betrachten. So ist beispielsweise die Anzahl der Sacheinlagen (Swaps) in den letzten Jahren gestiegen.
Ausserdem bringen die Hausverwaltungen ihre spezifischen Probleme, Sichtweisen und Lösungsansätze in den Verband ein. Das bereichert die Diskussionen und der Austausch gewinnt an Qualität.
Was ist das Ziel? 100 Mitglieder in fünf Jahren?
Wir haben uns kein quantitatives Ziel gesetzt. Vielmehr möchten wir die Qualität, Vielfalt und Komplementarität der vertretenen Profile in den Mittelpunkt stellen. Das ist es, was einen Verband wie COPTIS attraktiv macht. Klar ist jedoch, dass wir die Entwicklung in der Deutschschweiz aktiver vorantreiben wollen. Deshalb organisieren wir dort vermehrt Roundtables und veröffentlichen all unsere Publikationen in beiden Sprachen. Diese Dynamik überträgt sich auch auf LinkedIn. Dank unseres zweisprachigen Sekretariats werden dort nun auch regelmässig Beiträge auf Deutsch gepostet.
Ich habe gehört, dass COPTIS zudem eine Bildungsinitiative starten wird, um die indirekten Immobilienanlagen in der breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen.
Das stimmt, das ist ebenfalls eines unserer Hauptziele für 2026, denn wir beobachten, dass indirekte Immobilienanlagen in den Medien, aber auch in der breiten Öffentlichkeit oft ein schlechtes Image haben. Insbesondere im Zusammenhang mit der Wohnungsknappheit stehen Immobilienfonds regelmässig in der Kritik. Dabei sind sie die grössten Bauherren von Wohnimmobilien in der Schweiz. Die von ihnen ausgeschütteten Dividenden fliessen zu einem grossen Teil an die Pensionskassen und unterstützen somit die Finanzierung unserer Renten. Gemeinsam mit Immoday und IMvestir werden wir ein Online-Ausbildungsprogramm in Form von Kurzvideos lancieren, das sich an Nicht-Insider richtet. So wollen wir die Mechanismen der indirekten Immobilienanlagen einer breiten Öffentlichkeit verständlich vermitteln.
Welches sind die nächsten Termine für die COPTIS-Mitglieder?
Zunächst ist da unser VIP-Abend am 28. Februar in Bern, bei dem der Teilnehmerkreis begrenzt ist. Am 31. März folgt in Lausanne dann der erste unserer vier institutionellen Roundtables zum Thema Risikomanagement. Die Generalversammlung mit anschliessender Podiumsdiskussion zum Thema Swap und Steuern – ein besonders spannendes Thema für die neu zu uns stossenden Hausverwaltungen – findet am 20. Mai statt.
Cindy Monneron-Bertschy, was motiviert Sie heute, zwei Jahre nach Ihrem Amtsantritt als Geschäftsführerin von COPTIS?
Was mich heute motiviert, ist die Perspektive, COPTIS in eine langfristige Vision einzubinden: regulatorische Entwicklungen frühzeitig erkennen, Mechanismen der indirekten Immobilienanlagen transparent machen, unterschiedliche, sich aber ergänzende Profile zusammenbringen. In einem Umfeld, in dem der Immobiliensektor regelmässig in der Kritik steht, ist die Fähigkeit zur Antizipation, Erklärung und Vernetzung von strategischer Bedeutung.
Ist die pädagogische Dimension auch eine Motivation für Sie?
Tatsächlich unterrichte ich seit mehreren Jahren zum Thema Immobilienwirtschaft und stelle fest, wie spannend selbst die fachspezifischsten Themen werden können, wenn man sie verständlich erklärt. Verständlich zu machen, was komplex erscheint, Brücken zu bauen und Synergien zu schaffen, das sind starke Triebfedern. Anfang 2026 habe ich zudem meine eigene GmbH namens Valorys gegründet. Sie unterstützt Privateigentümerinnen und ‑eigentümer dabei, die Herausforderungen zu meistern, die mit der Übertragung ihres Immobilienvermögens einhergehen. Dabei tauche ich in eine Welt ein, die sich stark von derjenigen der institutionellen Immobilienwirtschaft unterscheidet. So bleibe ich mit der Realität und den menschlichen Entscheidungen, die mit jedem Immobilienbesitz verbunden sind, in Kontakt. Im Grunde ist es immer dasselbe, das mich antreibt: das Weitergeben. Das Weitergeben der bewährten Praktiken bei COPTIS, das Weitergeben von Wissen beim Unterrichten und das bestmögliche Weitergeben von Vermögen an die Erben bei Valorys. Drei verschiedene Kontexte, ein- und dieselbe Anforderung: Klarheit schaffen, um Bestand zu schaffen. Dies motiviert mich heute und leitet mein Handeln bei COPTIS.
Die Redaktion • Immoday.ch
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