
Nach erheblichen Kapitalabflüssen in den vergangenen Monaten verfügt der in Deutschland domizilierte Fonds nur noch über 380 Millionen Euro. Zudem sind seine Anteile innert eines Jahres um –27% gefallen. UBS Real Estate hat daher entschieden, die Rücknahmeanträge von Anteilen nicht mehr zu bedienen. Dies ist für eine maximale Dauer von 36 Monaten gesetzlich zulässig. Es bleibt jedoch ein schlechtes Signal für die Anlegerinnen und Anleger. Umso mehr, als dies nicht der erste Fonds ist, der in Deutschland geschlossen wird.
In den letzten Wochen haben mehrere deutsche Immobilienfonds ihre Schliessung bekanntgegeben. Konkret bedeutet das, dass Anleger, die den Rückkauf ihrer Anteile verlangen, abgewiesen werden. Das Phänomen ist nicht neu (in Europa schliessen kleinere Immobilienfonds in schlechter Verfassung regelmässig), ausser dass es dieses Mal auch UBS trifft.
Tatsächlich hat UBS Real Estate per 25. März die Rücknahmen und die Ausgabe neuer Anteile des offenen Immobilienfonds UBS (D) Euroinvest Immobilien ausgesetzt, nach erheblichen Kapitalabflüssen in den vergangenen Monaten. Die Anteile sind innert eines Jahres um –27% gefallen. Dieser UBS Fonds, der in Deutschland domiziliert ist und hauptsächlich in Büroimmobilien in den wichtigsten europäischen Städten investiert, verfügt heute nur noch über 380 Millionen Euro.
Weitere Schliessungen kleiner Fonds werden erwartet
Laut der Fondsleitung, die von Reuters zitiert wird, ist die Liquidität unzureichend geworden, um die Rücknahmeanträge der Anleger zu bedienen und gleichzeitig die ordnungsgemässe laufende Verwaltung des Fonds sicherzustellen.
Die Massnahme ist vollkommen legal, da das Gesetz eine solche Schliessung für eine maximale Dauer von drei Jahren erlaubt.
Die Entscheidung dürfte die Anleger dennoch kaum beruhigen. Zumal, wie die Süddeutsche Zeitung festhält, Mark Branson, Präsident der deutschen Finanzaufsichtsbehörde, darauf hingewiesen hat, dass er «weitere Schliessungen unter kleinen Fonds» nicht ausschliessen könne. Diese seien stärker exponiert und hätten im aktuellen Umfeld steigender langfristiger Zinsen sowie der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran weniger Möglichkeiten, mithilfe ihres Portfolios Liquidität zu generieren als grosse Immobilienfonds.
Die Redaktion
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