
In den Bergdestinationen sind die Immobilienpreise im Jahr 2025 erneut um 5% gestiegen, wie ein Bericht von Knight Frank zeigt. In Europa dominieren die Schweizer Destinationen die Ranglisten in nahezu allen Bereichen. Erstens aufgrund ihrer Attraktivität für internationale Investoren, zweitens wegen des hohen Preisniveaus von Immobilien und drittens aufgrund des starken Preisanstiegs in den vergangenen Jahren, der im Wesentlichen auf Angebotsbeschränkungen infolge der Lex Weber zurückzuführen ist. Dennoch bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Destinationen: So ist der Quadratmeterpreis in Gstaad viermal höher als in Champéry.
Für Investoren beschränkt sich das Interesse nicht nur auf Wohnimmobilien in den grossen urbanen Zentren. Auch der Schweizer Bergimmobilienmarkt weist zahlreiche Vorteile auf, darunter die hohe Qualität der Destinationen sowie die gesetzliche Begrenzung des Angebots als Folge der Lex Weber, die den Anteil von Zweitwohnungen auf 20% begrenzt.
Aus rein finanzieller Sicht, wie Alex Koch von Gooreynd, Verantwortlicher für den Schweizer Markt bei Knight Frank, einer internationalen Immobilienberatungsgruppe, zusammenfasst, begrenzt die Lex Weber den Zustrom neuer Objekte auf den Markt. In Kombination mit einer starken lokalen und internationalen Nachfrage hat dies die Preise deutlich steigen lassen, insbesondere in den begehrtesten Destinationen.
Für Investoren zählt nicht nur der finanzielle Aspekt
Für internationale Investoren spielt jedoch nicht allein der finanzielle Faktor eine Rolle. Tatsächlich erwerben die meisten Käufer eine Immobilie in den Alpen auch für den eigenen Gebrauch. Entsprechend legen sie grossen Wert auf Faktoren wie Natur, beeindruckende Landschaften und Sicherheit, suchen jedoch ebenso einen authentischen alpinen Lebensstil, der sich über das ganze Jahr erstreckt. Anders ausgedrückt: Destinationen, die auch ausserhalb der Wintersaison Leben und Aktivitäten bieten und nicht nur während einiger Winterwochen attraktiv sind.
Vor diesem Hintergrund wird verständlich, weshalb Investoren besonders jene Destinationen bevorzugen, die lange Skisaisons bieten, wie etwa Zermatt oder Verbier, oder solche, die über eine ganzjährige Dynamik verfügen, insbesondere wenn sie internationale Privatschulen anbieten und eine ausgewogene Mischung aus Familien und ganzjährigen Bewohnern aufweisen.
Immer mehr internationale Käufer möchten ganzjährig in Bergdestinationen leben
Für eine Destination ist es inzwischen entscheidend geworden, ihr Angebot nicht auf einige Wochen im Winter und Sommer zu beschränken. Denn laut Umfragen von Knight Frank ziehen viele internationale Kunden in Betracht, sich dauerhaft in einer Bergdestination niederzulassen. Zu den wichtigsten Kriterien zählen steuerliche Vorteile, politische und wirtschaftliche Stabilität, die Qualität der Infrastruktur sowie die gute Erreichbarkeit. All diese Faktoren sprechen für die Schweiz. Dennoch ist der Erfolg des Schweizer Bergimmobilienmarktes nicht selbstverständlich. Laut einer von Knight Frank durchgeführten Umfrage bevorzugen chinesische, deutsche oder emiratische Käufer klar die Schweiz. Dies gilt jedoch nicht für britische Käufer, die Frankreich favorisieren, oder für amerikanische Investoren, deren Präferenzen zwischen Italien, Frankreich und der Schweiz (30 %) aufgeteilt sind.
Darüber hinaus bevorzugt die Mehrheit der Käufer Neubauten gegenüber Renovationen oder Wiederverkäufen. Gleichzeitig variieren die Prioritäten je nach Nationalität. So legen chinesische und amerikanische Käufer besonderen Wert auf Wohnfläche und Investitionspotenzial, während britische Käufer der Nähe zu einem internationalen Flughafen grössere Bedeutung beimessen.
Die Immobilienpreise in Schweizer Destinationen verzeichneten 2025 den stärksten Anstieg
Ungeachtet dessen bleibt die Schweiz für Investoren unter den grossen Alpenländern insgesamt das bevorzugte Anlageziel. Entsprechend sind in den Schweizer Destinationen die Immobilienpreise in den letzten Jahren am stärksten gestiegen. Den grössten Preisanstieg im Jahr 2025 verzeichnete Andermatt mit einem Plus von 14,6%, gefolgt von Davos (+10,5%). Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Preisanstieg für Ferienimmobilien in Schweizer Bergdestinationen rund +5%. Das ist viermal so viel wie in Frankreich (+1,2%).
Insgesamt stellen die Analysten von Knight Frank fest, dass die Pandemie einen strukturellen Wendepunkt für den alpinen Immobilienmarkt markierte. Zwischen 2017 und 2019 waren die Preise rückläufig, mit einem durchschnittlichen jährlichen Rückgang von -1,5%. Die Trendwende erfolgte im Jahr 2020 mit einem Wachstum von +1,7%, gefolgt von +5 % in den Jahren 2021 und 2022.
Schweizer Destinationen sind die teuersten – bieten jedoch eine breite Auswahl
Grundsätzlich hat sich die Rangliste der von Investoren am stärksten nachgefragten Destinationen (gemessen am Quadratmeterpreis) in den letzten Jahren kaum verändert. An der Spitze steht weiterhin Gstaad als teuerste alpine Destination, gefolgt von St. Moritz sowie Verbier und Zermatt. Lediglich Courchevel 1850 durchbricht die Dominanz der Schweizer Destinationen und belegt den dritten Platz.
Gleichzeitig bestehen innerhalb der Schweiz erhebliche Preisunterschiede zwischen den Destinationen. Laut Berechnungen von Knight Frank kann man für eine Million Franken etwa 22 m² in Gstaad erwerben, rund 30 m² in St. Moritz oder Verbier, etwa 40 m² in Zermatt, Andermatt, Klosters oder Davos, rund 60 m² in Villars-sur-Ollon oder Crans-Montana und nahezu 100 m² in Champéry (VS). Dadurch bietet der Schweizer Markt Immobilienangebote, die zwar nicht für jedes Budget, jedoch für eine grosse Bandbreite unterschiedlicher Investoren geeignet sind – ein weiterer struktureller Vorteil des Schweizer Immobilienmarktes.
Die Redaktion • Immoday.ch
Folgen Sie uns auf LinkedIn.
Diesen Artikel teilen auf:
Diesen Artikel teilen auf: