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Laut den vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten Daten verschärft sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter, insbesondere mit Blick auf das verfügbare Wohnungsangebot. Per 1. Juni 2026 gab es in der Schweiz 45 493 leerstehende Wohnungen. Dies entspricht 0,93% des Wohnungsbestands und liegt damit deutlich unter dem als ausgeglichen geltenden Niveau von 1,5%. Die Leerstandsquote sinkt seit 2021 stetig. In den grossen Wirtschaftszentren ist die Situation noch angespannter: Im Kanton Zürich liegt die Leerstandsquote bei lediglich 0,52%, in Genf sogar bei 0,31%. Nur in vier Kantonen gilt die Situation als normal.
Die neuen Zahlen des BFS zur Leerstandsquote in der Schweiz wurden mit Spannung erwartet. Angesichts der seit Jahren bestehenden Spannungen am Markt, die sich in den vergangenen Monaten keineswegs abgeschwächt haben, bestand wenig Hoffnung, dass sich die Situation bald ändert.
Und tatsächlich sind die veröffentlichten Zahlen ernüchternd: Die Leerstandsquote ist unter 1% gefallen. Dies entspricht einem verschärften Wohnungsmangel, denn ein Markt gilt erst ab einer Leerstandsquote von 1,5% als ausgeglichen.
Gemäss den Zahlen des BFS vom 1. Juni 2026 gab es in der Schweiz 45 493 leerstehende Wohnungen, was 0,93 des Wohnungsbestands (inkl. Einfamilienhäuser) entspricht. Das sind 2962 Wohnungen weniger als im Vorjahr – ein Rückgang um 6,1%. Damit setzt sich der seit 2021 anhaltende Abwärtstrend fort. Damals herrschten, zumindest aus Sicht der Wohnungssuchenden, geradezu paradiesische Verhältnisse: Die Leerstandsquote lag noch bei 1,72%.
Angespanntere Situation in den grossen Wirtschaftszentren
Insgesamt ist die Leerstandsquote in sechs der sieben Schweizer Grossregionen gesunken. Betrachtet man hingegen die Wirtschaftsräume, die für Immobilieninvestoren besonders relevant sind, zeigt sich wenig überraschend, dass die Situation dort noch angespannter ist als im Schweizer Durchschnitt.
In der Agglomeration Zürich ist die Leerstandsquote auf 0,54% gesunken und liegt damit geringfügig über dem kantonalen Wert von 0,52%.
Dasselbe Bild zeigt sich in der Agglomeration Genf (Schweizer Teil): Hier liegt die Leerstandsquote bei 0,43% und damit ebenfalls über dem Wert des Kantons Genf (0,31%). Dennoch ist die Situation in keinem anderen grossen Wirtschaftszentrum der Schweiz so angespannt. Anders gesagt: von den 300 000 in der Agglomeration Genf bestehenden Wohnungen standen per 1. Juni lediglich 1273 leer.
Mehr leerstehende Wohnungen in den Kantonen Jura, Solothurn, Neuenburg und Tessin
Auch in den Agglomerationen Lausanne (0,68%), Bern (0,70%) und Basel (Schweizer Teil) ist die Situation angespannt. In Basel hat sich die Situation in den vergangenen Jahren besonders stark verschärft: 2026 lag die Leerstandsquote bei 0,79%, gegenüber 1,24% im Jahr 2021.
Es gibt jedoch auch Kantone, in denen die Wohnungssuche noch vergleichsweise einfach ist. Das Feld führt der Jura an mit einer Leerstandsquote von 3,35%, gefolgt von Solothurn (1,91%) und Neuenburg (1,64%). Auch im Tessin ist die Situation mit einer Quote von 1,78% akzeptabel. Diese vier Kantone sind denn auch die letzten, in denen die Situation am Wohnungsmarkt noch als ausgeglichen gelten kann (Leerstandsquote von mindestens 1,5%).
Extrem tiefe Leerstandsquoten in den gehobenen Wohngegenden
Den letzten Platz belegt wenig überraschend der Kanton Zug, wo die Leerstandsquote auf 0,2% gefallen ist. Das bedeutet, dass es im ganzen Kanton lediglich 126 leerstehende Wohnungen gibt. Eine ähnliche Situation zeigt sich in mehreren gehobenen Wohngemeinden rund um Genf, wo die Leerstandsquote ebenfalls auf rund 0,2% gesunken ist.
Für die Investoren und Eigentümer ist das eher eine gute Nachricht: Es zeigt, dass die Nachfrage trotz der sehr hohen Preise in diesen Regionen weiterhin hoch ist. Bemerkenswert ist, dass die Situation in den gefragtesten Wohngegenden rund um Zürich etwas weniger angespannt ist.
Überraschender ist hingegen, dass die Nachfrage auch in peripheren Regionen weiterhin hoch ist – etwa in Monthey (VS), wo die Leerstandsquote auf gerade einmal 0,18% gesunken ist. Dabei handelt es sich eigentlich um genau jene kleineren Städte, in denen Immobilienfonds aufgrund einer vermeintlich zu hohen Leerstandsquote häufig nur zögerlich investieren.
Leerstandsquote geht in allen Wohnungskategorien zurück
Laut BFS standen per 1. Juni 2026 in der Schweiz 34 690 Mietwohnungen leer, was einem Rückgang um 6,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Zahl der zum Verkauf ausgeschriebenen leerstehenden Wohnungen ist gesunken, und zwar um 4,1% auf 10 803.
Bemerkenswert ist zudem, dass die Zahl der leerstehenden Wohnungen in allen Kategorien zurückgegangen ist – besonders stark bei den Zweizimmerwohnungen mit einem Rückgang von 8,5%.
Zu guter Letzt dürften auch die neu auf den Markt kommenden Wohnungen keine Entspannung bringen: Die Zahl der Neubauwohnungen, die zum Verkauf oder zur Miete angeboten werden, nimmt weiter ab – sie ist gegenüber dem Vorjahr auf 3910 gesunken, was einem Rückgang von 1,2% entspricht.
Die Redaktion
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