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Die Hitzewelle im Juni scheint sich auch auf die Kapitalmassnahmen im Bereich der verbrieften Immobilienanlagen ausgewirkt zu haben: Es herrschte totale Flaute. Mit der Auflegung zweier neuer Fonds und zwei Börsengängen fällt das erste Halbjahr 2026 dennoch positiv aus. Und nicht zu vergessen die 37 Kapitalerhöhungen (einschliesslich derjenigen, die noch nicht abgeschlossen sind) über insgesamt 3,7 Milliarden Franken. Es sind zwar weniger als im Vorjahr, was wahrscheinlich jedoch darauf zurückzuführen ist, dass gut gelegene Objekte mit einer korrekten Rendite allmählich sehr, sehr rar werden. Zu erwähnen ist auch die Übernahme von Sustainable RE durch Patrimonium. Dadurch wird die Konsolidierung des Sektors weiter vorangetrieben.
Das hat es schon lange nicht mehr gegeben: totale Flaute im Bereich der verbrieften Immobilienanlagen im Juni – nicht einmal die kleinste Kapitalerhöhung.
Die Bilanz des ersten Halbjahres fällt dennoch positiv aus: Es gab zwei Börsengänge, zwei neue Fonds wurden lanciert und es wurde – wenn man sich auf die tatsächlich von kotierten und nicht kotierten Vehikeln eingeworbenen Mittel (2,8 Milliarden Franken) beschränkt – ein Anstieg von 38% gegenüber dem Jahr 2025 verzeichnet.
Abschwächung der Dynamik im Bereich der verbrieften Immobilienanlagen insgesamt
Berücksichtigt man jedoch auch die Anlagestiftungen und das angestrebte, aber noch nicht aufgenommene Kapital, ergibt sich per Ende des ersten Halbjahres 2026 ein etwas anderes Bild: 37 Kapitalerhöhungen (also einschliesslich derjenigen, die noch nicht abgeschlossen sind) über insgesamt 3,7 Milliarden Franken.
Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang. Ende Juni 2025 waren es drei Auflegungen und zwei Börsengänge, vor allem aber 46 Kapitalerhöhungen über insgesamt 5,2 Milliarden Franken gewesen.
Die Differenz ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass es im Juni 2026 weniger Ankündigungen für das zweite Halbjahr gab. Doch die Situation könnte sich bald ändern. Glaubt man den Verantwortlichen mehrerer Immobilienfonds, so sind entsprechende Bestrebungen im Gange.
Interessante Immobilienobjekte werden rar
Ganz allgemein ist jedoch eine Verlangsamung der Dynamik festzustellen. Für die befragten Fachleute liegt das Problem nicht an einem nachlassenden Interesse der Anleger – diese bevorzugen nach wie vor Immobilien als stabile und risikoarme Anlagekategorie –, sondern, wie es Agnès Haulbert, Fund Manager bei Patrimonium Asset Management, zusammenfasst, «an einem Mangel an hochwertigen Objekten».
Im Übrigen ist festzustellen, dass mehrere grosse historische Fonds in den letzten Monaten von Kapitalerhöhungen abgesehen haben, um die Rendite ihres Portfolios nicht zu verwässern. Andere wiederum nehmen neue Vorhaben in Angriff. Gabriela Theus, Geschäftsführerin von Immofonds Asset Management, meint hierzu: «Aufgrund des Kapitalzuflusses kaufen viele Vehikel Immobilien mittlerer Qualität mit sehr tiefen Renditen. Wir entwickeln lieber unsere eigenen Projekte, um deutlich höhere Renditen zu erzielen und die Qualität des Portfolios zu erhalten.»
Übernahme von Sustainable RE durch Patrimonium
Die Branche war im Juni indes nicht völlig inaktiv. Mit der Ankündigung der Übernahme der Sustainable Real Estate AG durch die Patrimonium Holding AG setzt sich ihre Konsolidierung fort. Die Transaktion erfolgte offiziell am 1. Juli, nachdem die FINMA ihr Einverständnis gegeben hatte.
Laut Medienmitteilung sollen in den kommenden Monaten weitere unternehmensinterne Synergien und Effizienzpotenziale sowie die Möglichkeiten und das Interesse an der Zusammenführung von aktuell separat verwalteten Immobiliengefässen geprüft werden.
Zwei Börsengänge im ersten Halbjahr: einer war ein voller Erfolg, der andere weniger
Nutzen wir die Ruhe dieses sehr flauen Juni und schauen zurück auf die Börsengänge und Lancierungen im ersten Halbjahr 2026.
Die erste Kotierung war diejenige des MobiFonds Swiss Property Anfang März. Der Fonds, der 2013 aufgelegt wurde und heute eine Marktkapitalisierung von etwas mehr als 1,2 Milliarden Franken aufweist, konzentriert sich vorwiegend auf neuere Wohnliegenschaften. Ende Juni lag sein Agio bei 40,6% (und damit über dem Durchschnitt des Sektors von 34,6%) und seine Gesamtperformance bei 8,1% (auch deutlich über derjenigen des Sektors).
Der zweite Börsengang war derjenige des Pretium Real Estate Fund Mitte Mai. Der Fonds, der vor allem in Wohnimmobilien in der Deutschschweiz investiert, schloss das erste Halbjahr mit einem Agio von 4,2% und einer leicht positiven Performance von 0,2% ab. Kurzum: Die Begeisterung der Anleger hält sich in Grenzen. Vielleicht ist dies auf die Grösse des Vehikels zurückzuführen. Mit einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 300 Millionen Franken liegt der Fonds deutlich unter der kritischen Grösse.
Zwei Auflegungen im ersten Halbjahr
Im ersten Halbjahr 2026 wurden zudem zwei neue Fonds aufgelegt. Erstens der Swiss Life REF (CH) ESG Diversified Commercial Switzerland, der für viel Aufsehen sorgte, da er am 1. April direkt an die Börse ging. Auch in diesem Fall war die Begeisterung der Investoren – die Wohnimmobilien eindeutig den Geschäftsliegenschaften vorziehen – nicht gerade überwältigend. Ende Juni wies der Fonds, dessen Börsenwert bei knapp 530 Millionen Franken liegt, ein Agio von 5,8% und eine Gesamtperformance von 4,5% auf, was wiederum über dem Sektordurchschnitt liegt.
Im Februar wurde zudem die nicht kotierte Fondiaria SICAV lanciert, die sich auf Wohnimmobilien in der Deutschschweiz konzentriert und über ein Portfolio mit einem Gesamtwert von rund 600 Millionen Franken verfügt.
Immoday-Redaktion
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