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Monika Gadola Hug leitet den Bereich Client Relations bei Swiss Prime Site Solutions – einer Tochtergesellschaft der Swiss Prime Site, dem führenden börsennotierten Immobilienunternehmen der Schweiz. Im Interview spricht sie über ihnen Werdegang in der Immobilienbranche, die aktuellen Herausforderungen in ihrer Tätigkeit und erläutert, weshalb gelebte Chancengleichheit und vielfältige Teams für den langfristigen Erfolg entscheidend sind.
Monika Gadola Hug, wie sind Sie in die Immobilienbranche gekommen?
Als Tochter eines Bauunternehmers waren die Themen Bauen und Immobilien in unserer Familie allgegenwärtig und regelmässiger Bestandteil der Gespräche. Ich bin somit mit dem Immobiliengeschäft aufgewachsen.
Meinen beruflichen Einstieg in den Bereich Immobilien fand ich bei Swisscanto, bevor ich als Vertriebsmitarbeiterin zu Akara wechselte, was mir die ideale Verbindung aus Immobilien und Vertrieb ermöglichte. Nach der Übernahme von Akara durch Swiss Prime Site konnte ich in das bestehende Vertriebsteam der Swiss Prime Site Solutions (SPSS) wechseln, wo ich heute als Head Client Relations tätig bin. Zusammen mit meinem Team verantworte ich die Kundenbetreuung über sämtliche Produkte und Anlagegefässe hinweg.
Könnten Sie unseren Lesern Swiss Prime Site Solutions kurz vorstellen?
Swiss Prime Site Solutions ist eine Tochtergesellschaft der börsenkotierten Swiss Prime Site AG, die über ein hochwertiges Portfolio von kommerziellen Liegenschaften verfügt. Innerhalb der Gruppe verantwortet Swiss Prime Site Solutions das Asset Management für Drittkunden und entwickelt massgeschneiderte Anlageprodukte und Dienstleistungen im Immobilienbereich. Als von der FINMA regulierte Fondsleitung verwalten wir Immobilienanlagen für institutionelle und private Investoren mit dem Ziel, langfristig stabile und attraktive Renditen zu erzielen.
Was fasziniert Sie an Immobilien und indirekten Immobilienanlagen?
Insbesondere ihre Greifbarkeit: Man sieht das Ergebnis, kann es erleben – und letztlich erfüllen Gebäude mit Wohnen und Arbeiten ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Indirekte Immobilienanlagen eröffnen darüber hinaus eine zusätzliche Dimension: Sie ermöglichen es, in unterschiedlichste Segmente und Strategien zu investieren. Gleichzeitig bieten sie Zugang für verschiedenste Investorengruppen, von kleineren bis hin zu sehr grossen Anlagevolumen, und decken unterschiedliche Liquiditätsprofile ab. Gerade diese Kombination aus realer Substanz und finanzieller Vielfalt macht den Bereich für mich besonders spannend.
Welches sind aktuell die zentralen Herausforderungen für die Branche?
Diese sind vielfältig und betreffen sowohl direkte als auch indirekte Immobilienanlagen. Ein zentrales Thema ist der stark umkämpfte Markt für Akquisitionen. Qualitativ hochwertige Liegenschaften sind nur begrenzt verfügbar, während gleichzeitig viele Marktteilnehmer auf der Suche nach attraktiven Objekten sind. Hinzu kommen steigende Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit. Insbesondere die Zielsetzung der CO₂-Neutralität bis 2050 stellt die Branche vor erhebliche Herausforderungen – sowohl bei Bestandsliegenschaften als auch in der Projektentwicklung. Im Wohnsegment verschärfen zudem regulatorische und politische Rahmenbedingungen die Situation. Eine zunehmende Regulierungsdichte, lange und komplexe Bewilligungsverfahren sowie Einsprachen verzögern Projekte und führen zu erheblicher Planungsunsicherheit. Verschärfte mietrechtliche Vorgaben reduzieren darüber hinaus die Investitionsanreize. Insgesamt wird dadurch die Entwicklung neuer Projekte – insbesondere im Bereich Verdichtung, Aufstockung und Neubau – spürbar verlangsamt.
Wie wirkt sich das auf indirekte Immobilienanlagen aus?
Für indirekte Immobilienanlagen bedeutet dies zusätzlich, dass sie sich in einem anspruchsvollen Spannungsfeld zwischen Marktdynamik, regulatorischen Anforderungen und den Erwartungen der Investoren bewegen. Gerade hier ist es entscheidend, die richtige Balance zwischen Anlagequalität, Nachhaltigkeit und Rendite zu finden.
Es gibt derzeit eher wenige Frauen in Führungspositionen im Schweizer Immobiliensektor. Wie erklären Sie sich das?
Der Markt für indirekte Immobilienanlagen ist tatsächlich in vielen Bereichen noch männerdominiert – insbesondere in sichtbaren Entscheidungs- und Führungsrollen. Gleichzeitig habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass sich dieses Bild je nach Unternehmen deutlich unterscheiden kann.
Ist das bei SPSS anders?
In meinem aktuellen Umfeld erlebe ich eine andere Realität: In unserem Client Relations Team sind wir sechs Mitarbeitende, davon drei Frauen. Auf Unternehmensebene gibt es bei Swiss Prime Site Solutions mehrere Frauen in Führungspositionen – unter anderem in zentralen Funktionen wie Head Acquisition & Sales, Head Asset Management, Head Construction oder Head Marketing & Communications. Diese Durchmischung ist kein Zufall, sondern Ausdruck der Überzeugung, dass diverse Teams bessere Entscheidungen treffen und langfristig erfolgreicher sind.
Sie haben also kein Problem mit einer «gläsernen Decke»?
Nach vielen Jahren Erfahrung in der Finanz- und Immobilienbranche habe ich gelernt, mich nicht in Strukturen zu begeben, in denen ich um Sichtbarkeit oder Gleichstellung kämpfen muss. Ich habe bewusst Unternehmen gewählt, die Chancengleichheit aktiv leben. In meiner Funktion als Head Client Relations bin ich selbst in einer Entscheidungsposition und gleichzeitig ziemlich präsent – sowohl intern als auch extern. Für mich zeigt das: Entscheidend ist nicht nur der Markt an sich, sondern vor allem das Umfeld, in dem man sich bewegt. Wer bewusst ein solches Umfeld wählt oder daran mitarbeitet, es zu schaffen, kann sich unabhängig von Geschlecht sehr gut behaupten.
Die Redaktion • Immoday.ch
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