
Grundsätzlich sollte eine Pensionskasse nicht mehr als 30% ihres Vermögens in Immobilien investieren. Dies ist jedoch bei 18% der Pensionskassen nicht der Fall – bei den kleinen Kassen, also jenen mit einem verwalteten Vermögen von weniger als 500 Millionen Franken, sogar bei 26%. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Umfrage der Hochschule Luzern hervor. Besonders bemerkenswert ist, dass einige dieser Pensionskassen davon ausgehen, dass diese Überschreitung der gesetzlichen Limiten dauerhaft bestehen bleibt, da Immobilieninvestitionen für sie von zentraler Bedeutung sind. Eine Entwicklung, die insbesondere für den börsennotierten Immobiliensektor positiv zu werten ist.
Die Hochschule Luzern hat kürzlich 228 Pensionskassen befragt, die zusammen ein Investitionsvolumen von 568 Milliarden Franken repräsentieren – rund 50% des gesamten Vermögens der schweizerischen Pensionskassen. Gegenstand der Befragung war deren Immobilien-Anlagestrategie, mit teilweise überraschenden Ergebnissen.
Im Durchschnitt machen Immobilien 24,3% des Vermögens der Pensionskassen aus
Während der durchschnittliche Immobilienanteil in den Portfolios der Pensionskassen bei 24,3% liegt, zeigen sich je nach Kasse erhebliche Unterschiede. In Erinnerung zu rufen ist, dass der maximal zulässige Immobilienanteil an den Gesamtanlagen einer schweizerischen Pensionskasse gemäss OPP 2 auf 30% begrenzt ist. Gemäss der Umfrage der Hochschule Luzern überschreiten jedoch 18% der Pensionskassen diese Limite – teilweise deutlich. So weisen einzelne kleine Pensionskassen einen Immobilienanteil von über 40% in ihrem Portfolio auf. Insgesamt halten sich 26% der kleinen Pensionskassen nicht an die OPP2-Limiten (gegenüber 19% der mittelgrossen Pensionskassen und lediglich 3% der grossen Pensionskassen).
Gute Nachrichten für den börsennotierten Immobiliensektor
Besonders erstaunlich ist, dass ein Teil dieser Pensionskassen gegenüber der Hochschule Luzern offen eingeräumt hat, dass diese Überschreitungen kein zufälliges Phänomen darstellen und dass die OPP2-Limiten auch langfristig überschritten bleiben sollen. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung, welche Immobilienanlagen für viele Pensionskassen haben.
Diese Entwicklung dürfte den gesamten Immobiliensektor freuen, insbesondere jedoch den börsennotierten Immobilienbereich.
Wie ebenfalls aus dem Fragebogen der Hochschule Luzern hervorgeht, entfallen bei kleinen und mittelgrossen Pensionskassen (mit einem verwalteten Vermögen von weniger als 500 Millionen Franken beziehungsweise zwischen 500 Millionen und 3 Milliarden Franken) rund 60% der Immobilienanlagen auf indirekte Immobilieninvestitionen. Bei den grossen Pensionskassen – mit einem Vermögen von über 3 Milliarden Franken – liegt dieser Anteil bei knapp 50% der gesamten Immobilienanlagen.
Immoday-Redaktion
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