Konsolidierung der kotierten Immobilienfonds im Juni

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Im Juni konnten die kotierten Immobilienfonds mit der starken Erholung des Schweizer Aktienmarktes nicht Schritt halten. Sie verzeichneten vielmehr eine Stagnation ihrer Gesamtrendite. Der YTD-Anstieg des SWIIT blieb mit 0,8% zwar im grünen Bereich, doch gegenüber der YTD-Performance des SMI (+7,2%) hat sich der Abstand vergrössert. Die Gesamtrendite der kotierten Fonds blieb auch hinter derjenigen der Immobiliengesellschaften sowie der nicht kotierten Fonds zurück. Zudem war die Aktivität bei den kotierten Fonds im Juni verhalten, es fanden keine Kapitaltransaktionen statt. Einige Fonds konnten sich im ersten Halbjahr dennoch gut behaupten. Besonders der von Patrimonium übernommene Sustainable RE verzeichnete ein starkes Wachstum.

Die Börsen sind zwar nach wie vor recht volatil, doch der Aktienmarkt befand sich in den letzten Wochen in einem starken Aufwärtstrend. Die kotierten Fonds hingegen verzeichneten im Juni eine Stagnation. Der YTD-Anstieg des SWIIT blieb mit 0,8% deutlich hinter der YTD-Performance des SMI (+7,2%) zurück. Die kotierten Fonds schnitten im 1. Halbjahr von allen Arten der indirekten Immobilienanlagen am schlechtesten ab (Index der kotierten Immobiliengesellschaften: +5,8%; nicht kotierte Immobilienfonds gemäss Immo Desk der BCV: +2,7%).

Das durchschnittliche Agio der nicht kotierten Fonds blieb stabil bei 34,6%. Der durchschnittliche Renditespread gegenüber den 10-jährigen Eidgenossen nähert sich jedoch erneut 200 Basispunkten.

Sustainable RE von Patrimonium übernommen – Konsolidierung der Branche setzt sich fort

Bezüglich Kapitalmassnahmen war der Juni bei den kotierten Fonds äusserst ruhig. Die einzige nennenswerte Transaktion war die Übernahme des Sustainable Real Estate Switzerland (Sustainable RE) durch Patrimonium, die offiziell am 1. Juli stattfand. Bereits Anfang Juni hatte die Ankündigung dieser Transaktion beim Sustainable RE zu einem Kursanstieg geführt, sodass seine YTD-Gesamtrendite Ende Juni 15% (Ende Mai: +1,9%) und sein Agio 10,9% betrug.

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, übernimmt die Patrimonium Asset Management AG per 1. Januar 2027 die Fondsleitungsfunktion und Vermögensverwaltung des Sustainable RE, dessen Gesamtvermögen sich per 31. Dezember 2025 auf rund 475 Millionen Franken belief. Die von Patrimonium übernommene Sustainable Real Estate AG ist zudem Nachhaltigkeitsberaterin und Vertriebspartnerin für mehrere europäische Immobilienfonds mit einem Gesamtvolumen von rund 785 Millionen Euro.

In den kommenden Monaten werden laut der Pressemitteilung weitere unternehmensinterne Synergien und Effizienzpotenziale sowie die Möglichkeiten und das Interesse an der Zusammenführung von aktuell separat verwalteten Immobiliengefässen geprüft. 

Die Konsolidierung der Branche schreitet also langsam, aber sicher voran.

Einige gute Ergebnisse und einige Enttäuschungen im ersten Halbjahr

Betrachtet man die im ersten Halbjahr erzielten Gesamtrenditen, so liegt der bereits erwähnte Sustainable RE an der Spitze, gefolgt vom Suisse Romande Property Fund, der eine YTD-Gesamtrendite von 13,7% verzeichnete und dessen Agio wieder auf 19,9% gesunken ist. Bei diesem Fonds kam es in den letzten Wochen zu erheblichen Gewinnmitnahmen, denn Ende Mai lag die Gesamtperformance noch bei +22,7% und das Agio bei 33,6%.

Die drittbeste Gesamtperformance erzielte der MobiFonds Swiss Property, der um +8,1% zulegte und dessen Agio Ende Juni 40,6% betrug.

Der 2013 aufgelegte Fonds ging Anfang März an die Börse – ein Schritt, der von den Anlegern mit grosser Spannung erwartet wurde, was erklärt, warum der Grossteil der YTD-Performance bereits vor dem Börsengang erzielt wurde.

Anleger bevorzugen sichere Werte: Sechs Fonds weisen ein Agio von über 50% auf

In einem stagnierenden Markt wenden sich die Anleger sicheren Werten zu. Sechs Fonds weisen immer noch ein Agio von über 50% auf. Es sind übrigens seit Jahresbeginn fast immer dieselben.

Ende Juni lag der Swisscanto RE Ifca mit einem Agio von 58,9% (Ende Mai: 58,2%) und einer YTD-Gesamtrendite von 3,1% auf dem ersten Platz, gefolgt vom Immofonds mit einem Agio von 53% (YTD-Gesamtrendite: 1,5%) sowie vom UBS Direct Residential mit einem Agio von 52,7% (trotz negativer YTD-Gesamtrendite von −4,4%) und vom Solvalor 61, dessen Agio Ende Juni bei 52,4% lag (YTD-Gesamtrendite: 1,2%). 

Neu zu diesem exklusiven Club gehören der Streetbox Real Estate Fund, der Ende Juni ein Agio von 50,5% (YTD-Gesamtrendite: 2%) aufwies sowie der UBS Swiss Res Anfos mit einem Agio von 50,2% (YTD-Gesamtrendite: 2%). 

Bald zweiter kotierter Fonds von La Foncière

Auch die Fonds mit einem Disagio sind seit Jahresbeginn fast immer dieselben. Ende Juni waren es drei mit einem zumeist vernachlässigbaren, einstelligen Disagio. Eine Ausnahme bildet der PURE Swiss Opportunity, der im ersten Halbjahr um 13,3% nachgab, sodass er mit 14,2% nun das höchste Disagio im Universum der kotierten Fonds aufweist.

Abschliessend sei angemerkt, dass die Investissements Fonciers SA (IFSA), die den Fonds La Foncière verwaltet, am 19. Juni mit dem La Foncière Urban Development L-QIF (LFUD L-QIF) ihren ersten L-QIF aufgelegt hat. Wie Marc Pointet, CEO der IFSA, erläuterte, bündelt dieser neue Fonds Wohnbauprojekte an erstklassigen urbanen Lagen in den Grossräumen Zürich und Luzern. Vor allem aber soll der L-QIF nach Fertigstellung der ersten Wohnbauprojekte in einen klassischen Immobilienfonds umgewandelt und dann an der Börse kotiert werden. Das ist jedoch noch Zukunftsmusik.

Die Redaktion • Immoday.ch

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